Donnerstag, 4. April 2019

Paartherapie

Paare durchleben immer wieder schwierige Phasen, in denen möglicherweise Beziehungsprobleme überhandnehmen oder ein friedliches Miteinander zur Belastungsprobe werden. Bei solchen partnerschaftlichen Herausforderungen kann sich eine Paartherapie eignen.

Was ist eine Paartherapie?

Die Paartherapie ist ein therapeutisches Setting, in dem es meist darum geht, sich selber und seine/n PartnerIn besser kennenzulernen und zu verstehen.
Diese Therapieform eignet sich besonders für Paare, deren Beziehungsprobleme unbewältigbar erscheinen oder die Fronten verhärtet sind, so dass eine Kommunikation über Probleme kaum möglich ist. Ein/e PaartherapeutIn versucht in diesen Konfliktsituationen, das gegenseitige Verständnis zu reaktivieren und die Kommunikation wieder zu verbessern.

Wann kann eine Paartherapie helfen?

Beziehungen haben oft einen entscheidenden Stellenwert im Leben vieler Menschen. Umso wichtiger ist es, dass das Leben als Paar positiv erlebt wird und das Leben bereichert. In jeder Beziehung kann es aber zu Schwierigkeiten, Konflikten und Missverständnissen kommen, die von einem Paar alleine kaum mehr zu lösen sind. In solchen Situationen kann eine Paartherapie helfen, um an der Beziehung zu arbeiten und die bestehenden Probleme mit Hilfe eines Therapeuten professionell zu besprechen und im Idealfall zu lösen.

Situationen, in denen Paare von einer Therapie profitieren, sind beispielsweise:

  • wenn es Probleme bei einer Schwangerschaft oder der Familienplanung gibt;
  • wenn die romantische Ebene der Beziehung zu kurz kommt;
  • wenn der oder die PartnerIn sich vernachlässigt fühlt;
  • wenn der Pensionseintritt für beide zur Belastung wird;
  • wenn sexuelle Probleme auftreten;
  • wenn durch den Alltag die Liebe verloren gegangen ist;
  • wenn über eine Trennung nachgedacht wird;
  • wenn Gespräche oft im Streit enden;
  • wenn sich der/die PartnerIn hintergangen fühlt;
  • wenn Eifersucht in der Beziehung eine große Rolle spielt.

Grundsätzlich kann eine Paartherapie immer dann sinnvoll sein, wenn der oder die PartnerIn unterschiedliche Vorstellungen über die Beziehung und deren Fortsetzung haben.

Was gilt es bei einer Paartherapie zu beachten?

Es ist besonders wichtig, dass die Probleme und Konflikte beider Individuen im Rahmen der Therapie offen ausgesprochen werden. Der/die TherapeutIn ist der/die Vertraute des Paares, sollte dabei stets unparteiisch bleiben und beide in gleicher Weise unterstützen. Ziel ist es, wieder zueinander zu finden. Im Rahmen der Paartherapie werden nicht nur bestehende Probleme thematisiert, sondern es wird auch der Versuch unternommen, die Beziehung zu stärken. Für diese Reaktivierung der Beziehung fokussiert sich die Therapie ganz besonders auf die positiven Ressourcen, die jede Beziehung besitzt. Damit sind insbesondere die positiven Erlebnisse, Erinnerungen und Stärken des Paars gemeint, welche das Fundament ihrer Liebe darstellen. Denn gerade in Konfliktsituationen geraten diese oftmals in Vergessenheit.

Was macht man bei einer Paartherapie?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht eindeutig beantworten, denn grundsätzlich hängen die Therapieinhalte immer von der Problemstellung und den Zielen des Paares ab.
Im Rahmen der ersten Sitzung wird im Gespräch mit dem Therapeuten festgelegt, was das gemeinsame Ziel der Therapie ist. Dies kann entweder eine Verbesserung der Beziehung oder aber auch eine friedliche Trennung sein. Es ist besonders entscheidend, dass beide an einem Strang ziehen und sich über das Ziel einig sind.
Sind die Ziele definiert, geht es um die Ergründung der Herausforderungen. Welche Probleme haben den Konflikt verursacht? Welche Ursachen nimmt jeder Einzelne wahr? Dabei ist es wichtig, dass sich beide öffnen und über ihre Verletzungen sprechen können. Das kann für viele Menschen eine Überwindung darstellen. Eine Therapie eignet sich jedoch besonders, um sich gemeinsam mit dem Therapeuten den Themen zu stellen, die einen besonders belasten und die möglicherweise verdrängt werden.
Sind erst einmal die Probleme offen dargelegt, beginnt nun die Arbeit an der Lösung des Konflikts. Hier kommen besonders die Ressourcen der Partnerschaft zum Tragen, wodurch der Fokus von den negativen Erfahrungen hin zu den positiven Elementen der Beziehung verschoben wird. Gerade bei schwerwiegenden Konflikten kann es dem Paar ohne Unterstützung Mühe bereiten, den Blick auf die positiven Elemente der Beziehung zu lenken und die Stärken der Partnerschaft zu nutzen, um den Konflikt zu überwinden. Dabei kann ein/e TherapeutIn helfen.
Die Arbeit an einer Beziehung findet jedoch nicht nur in der Therapie im Rahmen der Sitzung statt, sondern umfasst auch Aufgaben, denen sich das Paar in ihrer gewohnten Umgebung widmen sollte.

Führt man eine Paartherapie immer gemeinsam durch?

Es müssen nicht immer zwangsläufig beide Menschen der Beziehung an der Paartherapie teilnehmen. Es ist jedoch so, dass ein großer Vorteil der Paartherapie darin besteht, wenn beide Interesse an einer Verbesserung der Beziehung zeigen. Ein weiterer Vorteil der gemeinsamen Teilnahme an der Therapie besteht darin, dass der/die TherapeutIn unterschiedliche Einblicke in die Beziehung und vor allem in die Kommunikation des Paares bekommt.

Es gibt durchaus auch Themen, die für viele Menschen schambehaftet sind. Es fällt dann besonders schwer, diese vor dem/der PartnerIn zu besprechen. Sexualität oder ein geheimer Trennungswunsch sind Themen, die beispielsweise oftmals lieber in Einzelsitzungen besprochen werden.

Wann ist eine Paartherapie nicht sinnvoll?

Eine Paartherapie sollte nicht in Betracht gezogen werden, wenn das Ziel der Therapie ist, den/die PartnerIn zu ändern beziehungsweise ihn/sie von gewissen Dingen zu überzeugen. Es ist stets wichtig, dass Offenheit über die Therapieziele herrscht und das Paar ehrlich über ihre Gefühle und Motivationen sprechen kann. Es geht schließlich darum, mehr Verständnis und Akzeptanz füreinander zu entwickeln und an den positiven Ressourcen der Beziehung zu arbeiten.

Ebenso wichtig ist, dass beide Personen grundsätzlich freiwillig an der Therapie teilnehmen, bereit für die Therapie sind und ihr offen gegenüber stehen. Eine Therapie sollte nie aufgrund eines Ultimatums oder anderen Formen von Zwang begonnen werden. In diesen Fällen ist es jedoch auch möglich, eine Paartherapie einzeln zu absolvieren, wobei es für den Therapieprozess in jedem Fall besser ist, wenn der/die PartnerIn zumindest an einzelnen Sitzungen teilnimmt.

Wo kann ich eine Paartherapie durchführen?

Bei der Paarberatung oder aber auch bei der Ehe- und Paartherapie handelt es sich nicht um gesetzlich geschützte Begriffe beziehungsweise Therapien. Es ist daher ratsam, sich mit paarbezogenen Problemen an eine Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten zu wenden. Denn diese/dieser hat in jedem Fall eine anerkannte Ausbildung absolviert. 

Quellen

Über die AutorIn
Caroline Korneli

Redakteurin

Schlagworte Paartherapie