Depression

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich durch gedrückte Stimmung, Freud- und Antriebslosigkeit und sozialem Rückzug bemerkbar macht.

Was ist eine Depression?

Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die nicht mit schlechter Laune, einem kurzen Tief oder Motivationsmangel verwechselt werden darf. Eine Depression zeigt sich besonders dadurch, dass sich die Betroffenen nicht fähig sind, sich über etwas zu freuen. Ratschläge wie „Reiß‘ dich zusammen“ oder „Geh‘ einfach öfter raus“ sind für die Betroffenen keine Hilfe sondern sorgen nur dafür, dass sich diese für ihre Depression schämen und sich unverstanden fühlen.


Wie häufig sind Depressionen?

Depressionen treten nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit bei mehr als 300 Millionen Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten auf. Daten der WHO zufolge treten Depressionen jedoch bei Frauen häufiger auf, als bei Männern.

Die Zahlen für Österreich variieren je nach Studie etwas. Der WHO zufolge sind 5,1% der Österreichischen Bevölkerung von Depressionen bzw. depressiven Störungen betroffen. Im Rahmen der Gesundheitsbefragung 2014 gaben jedoch 10 % der befragten Frauen und 6 % der Männer an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate unter Depressionen litten.


Wie erkennt man eine Depression?

Man spricht von einer Depression, wenn die folgenden Anzeichen zumindest über einen Zeitraum von zwei Wochen auftreten:

Seelisch/Emotionale Anzeichen

  • Gedrückte Stimmung
  • Antriebslosigkeit
  • Angst
  • Innere Leere
  • Gedächtnisprobleme
  • Schuldgefühle
  • Konzentrationsstörungen
  • Freudlosigkeit
  • Sozialer Rückzug
  • Suizidgedanken

Körperliche Anzeichen

  • Schlafstörungen
  • Veränderung des Essverhaltens
  • Verminderter Appetit
  • Sexuelle Lustlosigkeit
  • Reduktion aller Aktivitäten
  • Schmerzen

Grundsätzlich kann auch die Beantwortung von zwei einfachen Fragen einen Hinweis darauf geben, ob es sich um ein Tief oder um eine Depression handelt:

  • Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos?
  • Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

Wenn Sie beide Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, kann das auf eine Depression hindeuten. In diesem Fall sollten Sie therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Suizidgedanken sind ein Anzeichen für besonders schwere Depressionen und sollten umgehend therapeutisch behandelt werden. Sollten Sie oder einer Ihrer Angehörigen Suizidgedanken haben oder darüber sprechen, so wenden Sie sich bitte umgehend an eine Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten, eine Ärztin/einen Arzt oder im akuten Krisenfall an eine Notrufnummer.


Welche Arten von Depression gibt es?

Neben der unipolaren Depression, bei der die Betroffenen ausschließlich depressive Phasen durchmachen, gibt es noch die so genannten bipolaren Störungen bei denen sich depressive und manische (d.h. extrem euphorische) Phasen abwechseln.

Zusätzlich dazu gibt es auch noch saisonale Formen der Depression wie beispielsweise Herbst/Winter-Depression und die Sommerdepression.


Welche Ursachen hat eine Depression?
Depressionen können einerseits durch körperlich-biologische Faktoren, als auch durch psychisch-soziale Faktoren ausgelöst werden. Neben einem chemischen Ungleichgewicht im Gehirn und einer genetischen Vorbelastung, können auch traumatisierende Erlebnisse und Krisen die Entstehung von Depressionen beeinflussen. Ebenso können körperliche Erkrankungen eine Depression auslösen, dazu zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes.


Welche Folgen hat Depression?

Depressionen können zu Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und einigen Untersuchungen zufolge wahrscheinlich auch zu Krebs führen. Hier erkennt man sehr gut die Wechselwirkungen zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit.

Bleiben Depressionen über einen längeren Zeitraum unbehandelt und treten dazu noch Gefühle der Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit auf, so kommt es in vielen Fällen auch zu Suizidgedanken. Jährlich nehmen sich mehr doppelt so viele Menschen das Leben, wie durch Verkehrsunfälle versterben. Bitte nehmen Sie daher Suizidgedanken besonders ernst und suchen Sie umgehend professionelle, therapeutische Unterstützung!


Wie kann man Depressionen therapieren?

Zur Behandlung von Depressionen eignet sich besonders eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie. Die Art der Therapie hängt stark vom Schweregrad der Depression ab. Bei der psychotherapeutischen Behandlung einer Depression wird mit der Therapeutin/dem Therapeuten die Depression, ihre Entstehung und auch ihre Therapie besprochen und gemeinsam ein Therapieziel festgelegt. Im Rahmen der Therapie wird auch der Therapiefortschritt besprochen und thematisiert, wie der Alltag wieder positiv gestaltet und bewältigt werden kann. Trotz einer erfolgreichen therapeutischen Behandlung kann es im Laufe des Lebens zu einem erneuten Auftreten der Depression kommen. Grundsätzlich sollte möglichst früh therapeutische Unterstützung in Anspruch genommen werden, um zu verhindern, dass sich die Depression verschlimmert.


Was kann ich selbst tun?

Hilfe suchen und annehmen! Eine Depression kann jeden treffen. Wenn Sie sich daher ohne ersichtlichen Grund über einen längeren Zeitraum niedergeschlagen oder traurig fühlen, wäre es ratsam sich an eine PsychotherapeutIn/einen Psychotherapeuten zu wenden.

Sprechen Sie darüber! Sprechen Sie mit Personen Ihres Vertrauens oder im Idealfall Ihrer Therapeutin/Ihrem Therapeuten über Ihre Stimmung, Sorgen und Nöte. Sie sind nicht alleine!

Akzeptieren Sie Ihre Depression! Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die Ihr Leben und Ihren Alltag beeinflusst. Achten Sie daher genau auf Ihre Stimmung und muten Sie sich im Alltag nur Dinge zu, denen Sie sich gewachsen fühlen.

Hilfe zur Selbsthilfe! Sie sind nicht alleine – zahlreiche Selbsthilfegruppen bieten Ihnen Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Betroffenen. Fassen Sie Mut und suchen Sie sich eine Organisation in Ihrer Nähe.

Treffen Sie in depressiven Phasen keine wichtigen Entscheidungen! Geben Sie sich Zeit für die wichtigen Entscheidungen des Lebens wie beispielsweise einer beruflichen Veränderung oder einer Trennung. Gerade in den intensiven Phasen einer Depression sind Ihre Gedanken massiv von Ihrer Erkrankung beeinflusst.

Achten Sie auf Ihre Ernährung! Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit allen Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für Ihren Körper und tut ihm gut. Versuchen Sie auch nicht Ihre Depression im Alkohol „zu ertränken“. Alkohol kann depressive Gefühle noch weiter verstärken. 

Quellen

  • Bundesministerium für Gesundheit & Statistik Austria - Österreichische Gesundheitsbefragung 2014 Hauptergebnisse des Austrian Health Interview Survey (ATHIS) und methodische Dokumentation: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/1/6/8/CH1066/CMS1448449619038/gesundheitsbefragung_2014.pdf (Zugriff Juni 2018)
  • Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Unipolare Depression: https://www.patienten-information.de/mdb/downloads/nvl/depression/depression-2aufl-vers2-pll.pdf (Zugriff Juni 2018)
  • Stiftung Deutsche Depressionshilfe: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/start (Zugriff Juni 2018)
  • SUPRA Suizidprävention Austria: https://www.bmgf.gv.at/home/suizid (Zugriff Juni 2018)
  • WHO – Depressionen in Europa : http://www.euro.who.int/de/health-topics/noncommunicable-diseases/mental-health/news/news/2012/10/depression-in-europe (Zugriff Juni 2018)
  • WHO - Fact Sheets Depression: http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/depression (Zugriff Juni 2018)
  • WHO - Depression and Other Common Mental Disorders Global Health Estimates: http://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/254610/WHO-MSD-MER-2017.2-eng.pdf;jsessionid=459B919220D46ADA4E217B088A357607?sequence=1 (Zugriff Juni 2018)
Über die AutorIn
Caroline Korneli

Redakteurin

Schlagworte Depression