Sonntag, 24. Juni 2018

Strand, Sonne und Sommerdepressionen?

Die Tage werden heller und kürzer und es zieht immer mehr Menschen raus ins Grüne, an den Strand oder die Gastgärten. Die Stimmung steigt bei einer Vielzahl der Menschen gemeinsam mit der Temperatur. Betroffene der Sommerdepression leiden jedoch gerade jetzt besonders unter Schlafmangel, Appetitlosigkeit und Ruhelosigkeit.

Sommerdepression

Was ist eine Sommerdepression?

Die Sommerdepression zählt neben der weitaus bekannteren Winterdepression zu den saisonal affektiven Störungen (SAD) und ist eine Sonderform der Depression. Unter saisonal affektiven Störungen versteht man depressive Störungen, die an bestimmte Jahreszeiten gebunden sind und die Betroffenen mitunter massiv belasten.

 

Was sind die Ursachen einer Sommerdepression?

Leider gibt es noch wenige wissenschaftliche Studien, die sich speziell mit der Sommerdepression auseinandersetzen. Wesentlich besser erforscht ist die Herbst-Winter-Depression. Beide werden jedoch in Zusammenhang mit Licht und die Auswirkung der jahreszeitlichen Lichtverhältnisse auf die Melatoninproduktion im Körper gebracht.

Melantonin ist ein Hormon, das von unserer Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird und den Tag-Nacht-Rhythmus unseres Körpers steuert. Wenig Licht führt dazu, dass Melatonin ausgeschüttet wird und unser Körper merkt, dass nun Schlafenszeit ist.

Unser Körper liebt Routine: Eine Störung bzw. Veränderung der Schlafgewohnheiten, wie sie beispielsweise im Sommer und ganz besonders im Urlaub eintritt, nimmt er uns besonders übel und somit kann die Entstehung einer Sommerdepression begünstigt werden. Durch die intensive Sonnenstrahlung und die langen Tage wird von unserem Körper im Sommer weniger Melatonin ausgeschüttet. Es kommt daher bei vielen Betroffenen einer Sommerdepression zu einem Melatoninmangel, der zu Schlafstörungen führt und durch den engen Zusammenhang zwischen Melatonin und Serotonin, dem sogenannten Glückshormon, in weiterer Folge Depressionen auslösen kann.

 

Wie erkennt man eine Sommerdepression?

Zu den zentralen Anzeichen einer Sommerdepression zählen Schlafmangel, Appetitlosigkeit und Agitation, d.h. krankhafte Unruhe. Dazu kommen noch Symptomen einer klassischen Depression wie gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, vermindertes Selbstwertgefühl, Konzentrationsstörungen und massive Schuldgefühle. Gerade die Schuldgefühle beziehen sich bei einer Sommerdepression besonders häufig auf den sozialen Rückzug und die verminderte Antriebslosigkeit. Es verstärkt sich bei den Betroffenen der Eindruck, dass es allen Menschen besser geht und sie den Sommer genießen, nur die Betroffenen selbst können diese saisonale Lebenslust nicht spüren.

 

Wer ist besonders häufig von Sommerdepressionen betroffen?

In Österreich leiden rund fünf Prozent der Bevölkerung an der saisonalen Depression, wobei eine Vielzahl der Betroffenen an einer Winterdepression leidet.

Frauen leider weitaus häufiger an saisonalen affektiven Störungen, als Männer. Besonders häufig leiden Betroffene von bipolaren Störungen an saisonal ausgelösten Depressionen.

 

Wie wird eine Sommerdepression diagnostiziert?

Damit man von einer saisonal affektiven Störung sprechen kann, müssen die Anzeichen einer Depression zumindest in den letzten zwei Jahren zu der jeweiligen Jahreszeit aufgetreten sein und mit Ende der Jahreszeit wieder vollständig abklingen. Auch während des restlichen Jahres können depressive Episoden auftreten, müssen aber nicht

 

Wie wird die Sommerdepression behandelt?

Die saisonale affektive Depression wird behandelt wie jede andere Form der Depression: Vorwiegend mit einer Kombination aus medikamentöser Therapie und Psychotherapie. Bei einer leichten Erscheinungsform kann auch regelmäßige Bewegung hilfreich sein oder sogar vorbeugend wirken.

Viele Patienten mit Sommerdepression beschreiben, dass sich ihre Sommerdepression durch die Vermeidung von übermäßiger Sonneneinstrahlung und Hitze besserte.

 

Quellen

Über die AutorIn
Caroline Korneli

Redakteurin

Schlagworte Depression