Wie läuft eine Psychotherapie ab?

Eine Therapie folgt nicht einem festgelegten Plan, da sie bei jedem Menschen verschieden verläuft.

Jedoch gibt es meist einen ähnlichen Ablauf – vom Erstkontakt bis zum Ende einer Psychotherapie:

  1. Telefonischer Erstkontakt: Zuerst wird meist per Telefon ein erster Termin zum persönlichen Kennenlernen vereinbart. Hier können bereits wichtige Informationen zu möglichen Wartezeiten oder Kosten eingeholt werden.
  2. Erstgespräch: Beim Erstgespräch lernen sich die Psychotherapeutin/der Psychotherapeut und die Patientin/der Patient persönlich kennen. Einerseits ist es wichtig, dass die Sympathie zwischen Ihnen und der Therapeutin/dem Therapeuten passt. Andererseits müssen auch die Rahmenbedingungen (Setting, Therapieziel, Dauer, Methode, etc.) klar sein.
  3. Entscheidung: Nehmen Sie sich genug Zeit für die Entscheidung, bei welcher Therapeutin/welchem Therapeuten Sie eine Therapie machen möchten. Die Entscheidung sollten Sie mit Bedacht treffen. Haben Sie kein stimmiges Gefühl, ist es wichtig, dass Sie „Nein“ sagen. Manchmal hilft es, mehrere Sitzungen zu vereinbaren, um danach noch einmal zu überprüfen, ob die Sympathie zwischen Therapeutin/Therapeut und Ihnen passt.
  4. Arbeitsphase: Bei jedem Menschen verläuft die Therapie anders. Oft wird zu Beginn einer Behandlung ein konkretes Ziel festgelegt. Darauf wird dann gemeinsam hingearbeitet. Allerdings dürfen Sie nicht von der Therapeutin/dem Therapeuten erwarten, dass er/sie Ihre bestehenden Probleme löst. Vielmehr ist die Psychotherapie begleitend: Mit dem entsprechenden Fachwissen fördern PsychotherapeutInnen die Suche nach der geeigneten Problemlösung oder unterstützen die eigene Entwicklung.

    Die Häufigkeit der Sitzungen variiert je nach Problemlage, Setting, Methode oder dem Stadium der Therapie. Eine Einzeltherapie findet meist wöchentlich statt. Befindet sich die Patientin/der Patient aber in einer akuten Krise, können mehrere Sitzungen pro Woche sinnvoll sein. In Paar- und Familientherapien kann die Häufigkeit der Sitzungen variieren. Gruppentherapien folgen meist einem gleichbleibenden Rhythmus.

    Eine Einzeltherapiesitzung dauert normalerweise ungefähr 50 Minuten. Die Gruppentherapie ist erfahrungsgemäss etwas länger: 90 bis 120 Minuten. Die Sitzungslänge einer Paar- oder Familientherapie beträgt meist ebenfalls 90 Minuten.
  1. Ende der Psychotherapie: Im Idealfall ist eine Therapie dann zu Ende, wenn das Therapieziel erreicht und das seelische Problem bewältigt wurde. Jedoch kann eine Therapie auch dann beendet werden, wenn das Therapieziel als unerreichbar erkannt wird. In einigen Fällen empfindet es möglicherweise die Patientin/der Patient oder die Therapeutin/der Therapeut aus bestimmten Gründen für sinnvoll, die Therapie zu beenden.

Dauer einer Psychotherapie: Die Zeitspanne einer psychotherapeutischen Behandlung ist abhängig vom Therapieziel, von der Problematik sowie der psychotherapeutischen Methode. Grundsätzlich kann man sagen: Je schwerwiegender und dauerhafter ein seelisches Problem ist, desto länger dauert die Psychotherapie.

Quellen

  • Bundesministerium für Gesundheit (2011): Psychotherapie. Wenn die Seele Hilfe braucht. http://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/2/2/6/CH1452/CMS1148314652459/psychotherapie30102012.pdf (Abruf Juni 2018)
  • Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (2009): Wenn die Seele Hilfe braucht. Psychotherapie hilft! https://www.psychotherapie.at/sites/default/files/files/patientinnen/Ueber-Psychotherapie-Wenn-die-Seele-Hilfe-braucht.pdf (Abruf Juni 2018)
  • https://www.psychotherapie.at/ (Abruf Juni 2018)
  • https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/ (Abruf Juni 2018)
  • https://www.gesundheit.gv.at/ (Abruf Juni 2018)
Über die AutorIn
BA Flavia Forrer

Redakteurin